Mein Werdegang im Glauben mit Jesus
Ich wurde 1969 in West-Berlin geboren. Meine Mutter war damals 21 Jahre alt und stammte aus einer neuapostolischen Familie. Mein Vater war zu dieser Zeit 25 Jahre alt, und war von seiner Mutter und einem Stiefvater aufgezogen worden. Soweit ich weiß war er wohl zunächst evangelisch, wandte sich jedoch von Kirche und Glauben komplett ab und wendete sich stattdessen zunächst politisch linken Ideen zu. Als er später merkte, dass politisches Engagement keine Zufriedenheit liefert, wandte er sich einige Jahre später okkulten Dingen zu. Als ich etwa 3 Jahre alt, machten wir im Sommer Urlaub im bayerischen Altmühltal. Und zwar in Pottenstein, was als Berliner Geheimtipp galt. Ich erinnere mich noch an unser Gästezimmer in einem großen alten Prachthaus, an die eigentümlichen Gerüche nach Stein und Sägemehl und einiges mehr. Und an die vielen Kruzifixe, die man dort an jeder Ecke sah. Ich erinnere mich noch an eines, das vielleicht knapp mannsgroß war, und an dem der Leib Christi farbig angemalt worden war. Inklusive der Blutspuren. Als Kind war ich davon einerseits fasziniert und fand es andererseits schauderhaft. Doch niemand erklärte mir damals so richtig, was das eigentlich sollte. Die Erklärung bekam ich dann einige Zeit später in Berlin von einem katholischen Nachbarjungen, der mir die Passionsgeschichte erzählte. Aber damals brachte ich das gar nicht in Verbindung mit den Kruzifixen aus Bayern! Zu dieser Zeit war ich etwa 5 Jahre alt und konnte schon alleine meine Schnürsenkel zubinden und Radfahren ohne Stützräder. Und so kam es zu meiner ersten Erfahrung mit dem lebendigen Gott, obwohl ich de facto nichts von ihm wusste. Denn meine Eltern hatten mich nicht religiös erzogen und auch nicht taufen lassen, da sie meinten, dass ich das später selbst entscheiden müsse. Damals wohnte meine Großmutter in Berlin-Mariendorf in einer Seitenstraße, wo kaum Autos fuhren. Und da durfte ich Rad fahren! Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Es war Sommer, ein sonniger Tag. Und ich stand mit meinem Fahrrad in der Mitte der Straße. Ich schloss die Augen und ich hatte plötzlich einen seltsamen Gedanken: „Wie wäre es eigentlich, wenn Du am Ende der Straße bist, wenn Du die Augen wieder öffnest?“ Ich öffnete die Augen und war am Ende der Straße! Ich war aber nicht gefahren! Ich fuhr nochmals zurück und probierte diesen „Trick“ nochmals aus. Er ließ sich aber nicht wiederholen. Von meinen Eltern/Großeltern glaubte mir das hinterher niemand. Aber ich weiß heute, dass es real war. Denn mehr als 40 Jahre später geschah etwas Ähnliches, worauf ich später noch zurückkommen werde. Ich wurde dann eingeschult und nahm mit am evangelischen Religionsunterricht teil. Das lag wohl vor allem daran, weil die meisten anderen Kinder eben auch evangelisch waren und man daher einfach alle unterrichtete. Das alles vermittelte mir zwar so ein paar Grundkenntnisse von der Bibel, hatte aber mit meinem eigenen Leben irgendwie nichts zu tun. Dann zogen meine Eltern aus Berlin weg, als ich gerade mit der 2. Klasse fertig war. Sie hatten in der Nähe von Hannover ein Haus gebaut, doch aufgrund diverser Belastungen und Probleme scheiterte in dieser Zeit ihre Ehe. Erst lebte ich beim Vater, dann wieder bei der Mutter und ihrem neuen Mann und danach wieder, ab dem 14. Lebensjahr, bei meinem Vater. Damit einher musste ich diverse verschiedene Schulen besuchen und es ist ein echtes Wunder, dass ich trotzdem mein Abitur geschafft habe. Doch auch an den Schulen erlebte ich Gottes Wirken, merkte es aber zunächst nicht. So fand etwa ausgerechnet in dem Klassenraum, in dem meine Gymnasialklasse saß, ein christlicher Schülergebetskreis statt. Aus Interesse ging ich sogar etliche Male hin, aber irgendwann war mir das dann doch zu langweilig und ich ging in der Pause lieber Fußball spielen. In dieser Zeit hatte ich übrigens auch mindestens einen gläubigen Lehrer, nämlich den Musiklehrer, was mir aber erst später auffiel. Einmal sollten wir bei ihm unsere Noten ehrlich selbst einschätzen. Und weil ich von Noten keinen Plan hatte, sagte ich ehrlich, dass ich meine Noten so zwischen 5 und 6 einschätzen würde. Darauf sagte er: „Stimmt, aber weil Du wenigstens ehrlich warst, gebe ich Dir eine 4 Minus“. So lernte ich das Prinzip der Gnade kennen! Dann wechselte ich das Gymnasium. Und was soll ich sagen? Am neuen Gymnasium wurde ich Mitglied einer Biologie-AG. Und der betreuende Lehrer, mein späterer Tutor, war gläubig! (Was ich aber erst später merkte). Und irgendwie traf ich wieder auf einen christlichen Schülerkreis, wo ich nun ziemlich regelmäßig hinging, weil ich spürte, dass es dort vielleicht Antworten auf meine Fragen geben könne. Die Frage nach Gott oder nicht Gott war damals für mich eher akademischer Natur, bis dann ein extremer Bruch kam. Mein Stiefbruder aus der zweiten Ehe meines Vaters verstarb plötzlich und ohne Vorwarnung im Alter von 14 Jahren! Zu diesem Zeitpunkt war ich 18 Jahre alt. Und meine Welt brach zusammen. Alles, was mir vorher gut oder richtig erschien, wurde dadurch in Frage gestellt. Mir erschien plötzlich das ganze Leben sinnlos und ich fragte mich nur noch eines: Wozu? Ich schrieb Gedichte. Ich meditierte. Und dann waren da noch diese Leute aus dem christlichen Schülerkreis. Ich merkte, dass mir etwas sehr Wichtiges fehlte. Nur was? Wegen dieses Todesfalles versäumte ich mindestens einen Schultag. Und als ich wieder zur Schule fuhr, ging ich ins Lehrerzimmer, um dort noch etwas zu klären. Und lief meinem Mathelehrer direkt in die Arme, mit dem ich in dieser Situation überhaupt nicht gerechnet hatte. Er fragte mich, was los sei und ich erzählte ihm vom Verlust meines Stiefbruders. Daraufhin tat er etwas, was mich echt in Erstaunen versetzte. Er nahm sich Zeit für mich und ließ mich erzählen, was geschehen war. Erst später erfuhr ich, dass auch dieser Lehrer Christ gewesen war! Und so lernte ich das Prinzip der Anteilnahme kennen. Einige sehr intensive Monate vergingen. Ich schrieb viele Gedichte, führte etliche Gespräche und besuchte sogar einen baptistischen Gottesdienst. Hier nahm ich das erste Mal an einem Abendmahl teil, doch erschloss sich mir der Sinn des Ganzen damals noch nicht. Aber ich fühlte mich davon angezogen! So ähnlich erging es mir dann etwas später bei einer kleinen Gebetsgemeinschaft mit zwei Mitschülern aus dem christlichen Schülergebetskreis. Ich konnte die Nähe von Jesus Christus fast körperlich spüren, aber ich konnte dazu noch nicht vollständig ja sagen. Dann hatte ich im Oktober 1987 ein echtes Schlüsselerlebnis. Ich wollte vom Hauptbahnhof Hannover zurück nachhause fahren. Und traf vor dem Bahnhof eine ehemalige Mitschülerin, die ich noch aus dem Gebetskreis von meinem ersten Gymnasium kannte. Sie verteilte christliche Traktate und ich kam ins Gespräch mit ihr. Und sie sagte mir, dass ich ohne Jesus verloren gehen und in die Hölle kommen würde. „Ha ha“, lachte ich. „Teufel und Hölle gibt es doch gar nicht! Alles Erfindungen und Panikmache der Kirche!“ Ich fuhr nachhause. Ich wollte ins Bett gehen, aber ich konnte nicht schlafen. Denn in mir drin arbeitete es: „Was, wenn dieses Mädchen Recht hat? Dann gehe ich tatsächlich verloren, weil ich Jesus abgelehnt habe!“ Andererseits wurde mir aber plötzlich noch etwas anderes klar: „Wenn Jesus gar nicht lebt und er nicht von den Toten auferstanden ist, wie das dies Christen ja alle so behaupten, dann kann man sich bekehren zu Jesus und alles Mögliche, und nichts wird passieren. Letztlich hat man dann nichts verloren, aber wenn Jesus doch lebt, dann muss man das doch irgendwie merken!?“ Und: „Was habe ich schon zu verlieren? Ich kann doch eigentlich nur gewinnen, oder?“ Daraufhin beschloss ich, auf meine Knie zu gehen und Jesus um die Vergebung meiner Sünden zu bitten. Ich tat es in ganz einfachen Worten und übergab ihm mein Leben. Allein, ohne andere Christen in meinem Zimmer. Und danach? Plötzlich durchströmte mich eine irrsinnige Freude und ein nicht zu beschreibender innerer Frieden! Alle Zweifel und alle innere Unruhe waren wie weggewischt. So gut geschlafen wie in dieser Nacht habe ich selten! Am nächsten Morgen erzählte ich den anderen im Schülergebetskreis von meiner Entscheidung für Jesus, was dort große Freude auslöste! Mein Tutor schenkte mir damals das Buch „Pardon ich bin Christ“ von C.S. Lewis und ich machte erste Erfahrungen mit Jesus. Und durch mich (mein Zeugnis) kamen damals auch einige Leute in meinem Umfeld zum Glauben. So etwa ein Mitschüler, der zwei Klassen unter mir war und den ich eigentlich nur vom Sehen aus dem Schulbus kannte. Meine Schulzeit ging dann 1988 nach meinem Abitur zu Ende und ich machte meinen Zivildienst bei der Lebenshilfe. Doch bevor es dazu kam, warf mein Vater mich wegen einer Nichtigkeit aus dem Haus und setzte mich ohne Versorgung auf die Straße. Ich packte also einen Seesack voll mit meinen wichtigsten Sachen und fuhr mit meinem Fahrrad und mit Fahrradanhänger zunächst zu einem Freund im Dorf. Doch der konnte mich leider nicht aufnehmen. Ich betete und fuhr mit dem Rad ins fünf Kilometer entfernte Nachbarstädtchen, wo ein Freund aus dem Schülergebetskreis einen Raum unter dem Dach der Landeskirche bewohnte. Dort konnte ich dann bis zum Zivildienst wohnen! Außerdem hatte Gott dort noch in weiterer Hinsicht für mich vorgesorgt. Denn mein Freund hatte Besuch von einem motorisierten Kumpel mit Auto. Und mit dieser Hilfe holten wir dann am folgenden Tag meine restlichen Sachen von meinem Vater ab. So sorgt Gott für seine Kinder, auch wenn es unsere irdischen Eltern nicht tun (wollen). Damals habe ich viel über die Treue und Fürsorge Gottes gelernt. Während meiner restlichen Schulzeit, also Ostern 1988 und in den Folgejahren nahm ich immer in der Osterzeit an einer missionarischen Aktion namens „Ostertreff“ teil, die damals von der Missionsgesellschaft Operation Mobilisation veranstaltet wurde. Dafür fuhr ich dann gemeinsam mit anderen Geschwistern aus dem Jugendkreis der Methodistenkirche, der ich mich im Juni 1988 offiziell angeschlossen hatte, nach Bonn-Bad Godesberg, Pforzheim und Aachen. Bei diesen Einsätzen gebrauchte mich Gott auch dazu, andere zu Jesus zu führen und ich betete mit einigen Leuten ein Übergabegebet. An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich durch einige Leute aus dem Schülergebetskreis zur methodistischen Kirche in Hannover in den Jugendkreis kam, und da meine Eltern mich ja nicht hatten taufen lassen, wurde dieses dann im Juni 1988 nachgeholt. Wobei ich mich gleichzeitig als Gemeindeglied aufnehmen ließ. Im Jugendkreis machte ich dann auch bei weiteren missionarischen Aktionen mit. Sogar ein christliches Musical wurde aus dem Boden gestampft, mit welchem wir dann in den Folgejahren noch auf Tournee gingen. Nach der Schule leistete ich von 1988 bis 1990 meinen Zivildienst bei der Lebenshilfe, was mir eine ganz neue Sicht der Dinge vermittelte. In dieser Zeit lernte ich damals meine spätere Ehefrau Bettina kennen. Wobei ich als gerade frisch bekehrtes Gotteskind eine direkte Ansage vom Heiligen Geist bekam. Denn als ich mit meiner späteren Frau im Chorraum der Gemeinde stand, sagte plötzlich eine innere Stimme zu mir: „Das wird später mal Deine Frau.“ Man beachte aber Folgendes: Er sagte nicht, dass die Nummer ewig gut gehen, oder dass diese Ehe auch ewig halten würde! Von 1990 bis 1992 machte ich dann meine Ausbildung zum Versicherungskaufmann, und nach dem erfolgreichen Abschluss heiratete ich dann meine Tina! Die nächsten Jahre waren dann sehr herausfordernd, denn wir bekamen insgesamt 3 Kinder und ich hatte viele Kämpfe im Beruf und anderes zu bestehen. Trotzdem wirkte ich noch bei missionarischen und anderen Dingen in der Kirche mit, wobei hier die Bandbreite von verschiedenen Evangelisationen, einem Obdachlosen Café, der Mitarbeit beim Gemeindebrief bis hin zur Simultanübersetzung von Predigten reichte. Auch an dem missionarischen Seminar „Jesus Christus in Hannover“ nahm ich teil. Und das christliche missionarische Musical „Das Sündikat“, mit dem unsere Jugendgruppe bis 1998 auf Tournee ging. Allerdings konnte ich 1998 nicht mehr mitmachen, weil mich ein vereiterter Backenzahn davon abhielt, der leider in einer Zahnklinik herausoperiert werden musste. Und bei dieser Gelegenheit, kurz vor der Vollnarkose – und meine Situation war sogar lebensbedrohlich – lernte ich Gott nochmal ganz anders kennen. Denn vor der OP war ich völlig gelassen und ruhig. Und mein letzter Gedanke, als ich anästhesiert wurde war nur einer: Jesus! Ich hatte keine Angst! Dann, Ende der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre beherbergten wir zuhause bei uns einen missionarischen Hauskreis mit überwiegend chinesischen Gast-Studenten und einem Senegalesen. Das war trotz aller Anstrengungen eine sehr gesegnete Zeit, und zu zwei dieser Chinesen habe ich heute noch Kontakt. Als sie damals nach Deutschland kamen, hatten sie vom christlichen Glauben ungefähr so viel Ahnung wie wir vom ZEN-Buddhismus. Nun sind sie schon mehr als ein Vierteljahrhundert beim Glauben und geben diesen inzwischen von Deutschland aus nach Hongkong und China weiter. Und in diesem Zusammenhang sei auch noch eine junge Chinesin erwähnt, die von Shanghai zum Studium nach Hannover kam. Sie besuchte unseren Hauskreis für eine Weile, setzte dann aber ihr Studium in Toronto, Kanada fort. Einige Monate später erreichte uns dann ein Mail aus Kanada, dass sie dort Jesus als Herrn und Erlöser angenommen und sich in einer Baptistengemeinde taufen ließ. Im Jahr 2004 kam es dann zu einem Bruch in meiner Karriere, weil der Arbeitsdruck in der Versicherung, in der ich beschäftigt war, immer größer wurde. Ich erkannte, dass ich hier auf mittlere bis lange Sicht psychisch und physisch völlig kaputt gehen würde. So verließ ich diese Firma mit einer Abfindung und versuchte einen beruflichen Neustart, der leider nach einigen Anläufen misslang. Ich hatte auch mit Selbständigkeit und diversen anderen Sachen experimentiert, aber letztlich landete ich dann in der Bedürftigkeit und wurde zu einem Opfer des äußerst perfiden Hartz-IV-Systems. Gleichzeitig verhalf ich meiner Frau dazu, selbständig als Kinderbetreuerin für Krippenkinder arbeiten zu können. Das führte dann letztlich dazu, dass wir im Jahre 2008 in eine Dienstwohnung der Methodistenkirche umzogen, wo ich als Hausmeister auf 400,-€ Basis tätig war und sie in den Räumen der Kinderkirche während der Woche eine kleine KITA betreiben durfte. Im Ergebnis verdiente dann meine Frau mehr Geld als ich, was für mich eigentlich kein Problem war, für sie aber der Anlass, mich später zu betrügen und abzuservieren. Bitter für mich! Denn ich hatte ihr geholfen, Konzepte und anderen Papierkram zu erledigen, damit sie die Genehmigung für ihre KITA bekam. Ich war ihr gegenüber immer loyal, sie jedoch nicht mir gegenüber. Neben meiner Tätigkeit als Hausmeister schrieb ich etliche Bücher über Meerestiere, wodurch ich mein Fischhobby nun auf einer anderen Ebene zum Beruf machen wollte. Doch die im Eigenverlag publizierten Werke warfen leider kaum etwas ab, was sich bis heute krisenbedingt leider kaum verbessert hat. Bis dato habe ich etwas mehr als 80 verschiedene Ausgaben meiner Werke publiziert, wobei die Bandbreite inzwischen auch Gedichte, einen Umweltthriller, einen Krimi und ein Werk über den Glauben an Jesus Christus umfasst (Welt der Täuschung, publiziert unter dem Pseudonym Kind des Höchsten). Weitere Werke sind gerade in der Mache. Im Oktober 2010 kam dann ein weiterer brachialer Einschnitt, denn wie aus heiterem Himmel gestand mir meine Frau einen begangenen Ehebruch. Ich versuchte es zwar nochmals mit ihr, aber im Frühjahr 2011 erkannte ich, dass es keinen Sinn mehr hatte, diese Ehe noch fortsetzen zu wollen. So zog ich denn im Sommer 2011, auf den Tag genau 20 Jahre nach unserer Verlobung, gemeinsam mit meiner Tochter nach Norden in Ostfriesland, da dort in der Nähe meine schwer an Multipler Sklerose erkrankte Mutter mit ihrem ebenfalls kranken zweiten Mann lebte. Und so ergab es sich, dass das Jobcenter mich von der Jobsuche freistellte, damit ich mich um die Pflege meiner Mutter kümmern konnte. In dieser Zeit schrieb ich weiter an meinen Büchern, pflegte Kontakte zu Krabbenfischern und beschaffte lebende Nordseetiere für mich und öffentliche Schauaquarien. Diese Zeit war sehr schwer für mich, denn meine Söhne kamen nur ein bis zweimal am Wochenende zu Besuch, und meine Tochter war schon nach wenigen Wochen wieder nach Hannover zurückgekehrt, da ich bei meiner Mutter pflegebedingt immer mehr Präsenz zeigen musste. In dieser Zeit lieferte mir Gott einige wichtige Antworten auf meine existentiellen Fragen. Ich wurde 2013 Mitglied der Freien Evangelischen Gemeinde in Norden, konnte dort aber wegen meiner Lebenssituation nicht sehr viel beitragen. Im März 2018 sagte mir dann der Heilige Geist, dass meine Mutter Ostern nicht mehr erleben würde (ihr zweiter Mann war bereits im November 2015 verstorben). Das war wirklich hart für mich, weil ich es mit niemandem teilen konnte. Und am Gründonnerstag schlief sie dann friedlich im Krankenhaus ein! Anfang März hatte ich sie noch gefragt, ob sie an Jesus glauben würde, was sie bejahte. Deshalb bin ich mir sicher, dass Gott sie über den Umweg einer schweren Krankheit noch zu sich gezogen hat. Ich bin wirklich niemand, der den ganzen Tag lang nach mystischen Zeichen sucht, aber eine Sache sei hier noch erwähnt. Die Lieblingsfarbe meiner Mutter war nämlich die Farbe Rosa, und nachdem ich dann 2019 nochmals umgezogen war, erlebte ich ein kleines Wunder. Ich hatte nämlich eine Cymbidie in einem Balkonkasten, die längere Zeit nicht mehr geblüht hatte. Und genau am ersten Todestag meiner Mutter trieb sie eine einzelne Blüte. In Rosa! Es war so, als wollte mir jemand ein Zeichen geben, dass sie im Himmel angekommen war. Dann, im Mai 2019, startete die Freie Evangelische Gemeinde Norden eine missionarische Aktion, die man in der Nachbarschaft und im Bekanntenkreis mitmachen sollte. Doch ich merkte schnell, dass die FEG von meinem neuen Wohnort einfach zu weit entfernt war, um hier Nachbarn und Freunde einladen zu können. Und so wechselte ich über zur Friedensgemeinde, die nur etwa 800 Meter von meiner neuen Bleibe in einem sozialen Brennpunkt entfernt war. Hier begann ich dann, in der Nachbarschaft missionarische und soziale kleine Dienste zu leisten. Außerdem begann ich gemeinsam mit anderen Geschwistern aus dem Gebetskreis der Friedensgemeinde gezielt für das Viertel zu beten. Die Polizei kam in der Folge immer seltener und einige bekehrten sich auch zu Jesus. Und viele meiner ehemaligen Nachbarn kommen regelmäßig zum Cafe Tied För Di am Dienstagmorgen zum Frühstück. Hier arbeite ich im Team mit, koche Kaffee, backe Brötchen und halte auch ab und zu eine Andacht. Wobei Gott mir die Gabe des freien Sprechens gegeben hat. Die letzten Jahre waren sehr intensiv für mich und ich habe viel gebetet, gekämpft und gerungen, um meine Bestimmung zu finden. Inzwischen bin ich Frührentner und habe insofern keinen Druck mehr von irgendwelchen Arbeitgebern oder Jobcentern. Der Herr hat mir an einigen Stellen auch Einblicke in die für unsere Augen unsichtbare Welt gegeben. Und im Sommer 2021 hat er mich gegen alle Gesetze der Fahrphysik vor einem entgegenkommenden Mercedes gerettet, dem ich nicht mehr hätte ausweichen können. Ich weiß noch, wie ich mit dem Leben abschloss und die Augen zu machte. Und als ich sie wieder aufmachte, war der Benz weg und hatte mich nicht erwischt, obwohl das nach allen Naturgesetzen eine Frontalkollision hätte werden müssen. Das sind die Wunder, die man nicht wirklich erleben will! Ich erlebte in der Folgezeit viele weitere Dinge mit Gott und seinem übernatürlichen Wirken, doch das Wichtigste ist es für mich, dass ich bei allem absoluten Frieden und Freude in meiner Seele habe. Ich habe mein Fischhobby und meine Sammlungen inzwischen sehr weitgehend aufgegeben, um mich ihm besser zur Verfügung stellen zu können. Und langsam fange ich an zu begreifen, was diese Zusage, die ich von ihm bereits Ende der 1980er Jahre erhalten habe, eigentlich bedeuten soll. Damals sagte er zu mir (während meiner Zivildienstzeit) etwa Folgendes: „Sven, Du bist zum Segen gesetzt für viele.“ Und im Nachhinein muss ich bekennen, dass ich das leider manchmal komplett vergessen hatte! Doch nun möchte ich, dass er sich durch mich verherrlicht. Was gibt es Besseres?