Das Evangelium – was ist das eigentlich?

 

Die Begrifflichkeit des Evangeliums leitet sich von dem lateinischen Begriff Euangelium ab, welcher sich von dem altgriechischen Euangelion ableitet. Dieser Begriff bedeutet in etwa so viel wie Gute Nachricht oder Frohe Kunde.

Das Evangelium selbst ist untrennbar mit der Person Jesu Christi verbunden, der als unser persönlicher Freund, Erlöser und Retter in diese Welt kam. Christus selbst sprach übrigens entgegen den Aussagen mancher anderer moderner Evangelisten überraschend selten von der Hölle oder der Verlorenheit des in Sünde gefallenen Menschen. Diese Aussagen von Jesus machten nur ungefähr 3% seiner überlieferten Worte aus, während sich mehr als dreimal so viele, nämlich etwa 10% seiner Aussagen auf den Himmel oder das Königreich der Himmel, also das Reich Gottes beziehen.

Das verwundert eigentlich nicht, denn Jesus sagte über sich selbst, dass er das Licht der Welt sei. Und wenn man sich selbst im Licht befindet, dann gibt man der Finsternis selbstverständlich keine Ehre. Ganz anders dagegen die Menschen! Vor allem leider solche, die sich selbst Christen nennen, aber weiterhin nach den Prinzipien dieser Welt leben und leider auch leben wollen. (Darum bezeichne ich selbst mich lieber als ein Kind des Höchsten). Sie beäugen andere voller Misstrauen, sie wollen immer alles selbst bestimmen, erkennen und überwachen und nie die Kontrolle aufgeben. Doch alle diese typisch menschlichen Verhaltensweisen hat Jesus Christus am Kreuz von Golgatha komplett aufgegeben. Warum? Weil er uns davon befreien wollte!

Am Kreuz von Golgatha hat er uns sehr eindrücklich gezeigt, dass das gesamte menschliche Dasein in dieser Welt unter dem göttlichen Strafgericht zugrunde gehen wird und muss. Ohne ihn gibt es für jegliche menschliche Existenz keinerlei Art einer ewigen Zukunft. Denn dem Vollkommenheitsanspruch eines über allem stehenden göttlichen Wesens kann absolut niemand genüge tun. Und weil das so ist, hat dieses göttliche Wesen sich uns in der Person Jesu Christi gezeigt und am Kreuz die furchtbare Strafe für unsere Sünde und Sünden auf sich selbst genommen, damit wir wieder zu unserem eigentlichen Lebensziel in Gottes Herrlichkeit gelangen können. Ohne eigene Leistung, denn das göttliche Heil ist ein Geschenk, welches man einfach nur wie ein Kind annehmen muss.

Sehr zum Ärger aller religiösen Menchen, die sich den Himmel lieber durch Leistung verdienen wollen. Und auch zum Ärger aller Intellektuellen, denen das zu einfach erscheint. Und darüber hinaus zum Ärger aller Moralisten, die solch ein Geschenk für eine zu billige Gnade halten. (Diese ist selbstverständlich nicht billig, aber das würde ich dann an anderer Stelle in meinen Vorträgen erläutern wollen).

Ja, die Liebe Gottes, die sich im Tod und in der Auferstehung Christi zeigen, hat in der Tat etwas Unmoralisches an sich. Alle Sünden und sogar die Ursünde einfach so weggewischt, ohne dass der Sünder selbst dafür bluten muss – das klingt erstmal nach einem handfesten Skandal und einer Torheit irgendwelcher verrückter Gläubiger.

Apropos verrückt: Wenn man den auferstandenen Herrn Jesus als Erlöser und Erretter annimmt, dann wird man tatsächlich verrückt! Nämlich vom Reich der Finsternis dieser Welt hinein in das Reich des lieben Sohnes Gottes.

(Kolosser 1,13)

Leider muss man zugeben, dass etliche Kirchen und Glaubensgemeinschaften christlicher Grundprägung daraus über die Jahrhunderte hinweg auch andere Botschaften gemacht haben… So haben sie etwa im Mittelalter ganz besonders gerne den Leuten Angst gemacht vor dem Teufel und der Hölle, damit die Leute sich von imaginären Höllenstrafen oder dem Fegefeuer freikaufen mussten. So konnte insbesondere die Römisch-Katholische Kirche viel Geld durch Ablasshandel und besondere Pilgerfahrten verdienen. Womit sie dann ihren Klerus und ihre vielen Protzbauten finanzieren konnte. Das alles hat aber mit Jesus Christus und seiner Lehre absolut nichts gemein! Und Jesus Christus hat in den überlieferten Texten im Neuen Testament niemals die Errichtung von Protzbauten gefordert, noch hat er seine Jünger dazu angewiesen, anderen vor irgendetwas Angst zu machen.

Das Evangelium von Jesus, dem von Gott gesandten Retter einer verlorenen Menschheit, ist also etwas ganz anderes. Es macht uns klar, dass wir ohne Jesus keine ewige Zukunft haben. Und es bietet uns aus reiner Liebe und Gnade die ewige Alternative Gottes zum Verlorensein an. Als Geschenk und Angebot, nicht als Drohung! Denn das Evangelium ist und bleibt eine Frohbotschaft und ist keine Drohbotschaft. Es ist ein unschlagbar gutes Angebot Gottes!

Diesem Evangelium und seinem Urheber fühle ich mich verpflichtet, denn ich habe so viele seiner Gnadentaten erlebt und immer wieder Erfahrungen mit seinen Gnadengaben gemacht, dass ich gar nicht anders kann, als anderen davon zu erzählen! Ja, und ich wünsche es allen meinen Zuhörern, dass auch sie diese wunderbare Erfahrung machen, wenn der Herr selbst sich ihnen offenbart und ein Teil des Himmels auf die Erde kommt. Zu uns, die wir es nicht verdient haben. Ganz aus Liebe, Gnade und seiner großen Barmherzigkeit!